Netzhaut
Die Netzhaut: Das Lichtempfinden im Auge
Die Netzhaut (Retina) ist die dünne Gewebeschicht im hinteren Teil Ihres Auges, die eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung von Licht und Bildern spielt. Sie besteht aus lichtempfindlichen Zellen, den Photorezeptoren, die Licht in elektrische Signale umwandeln. Diese Signale werden über Ihren Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet, wo sie zu Bildern verarbeitet werden. Die Netzhaut ermöglicht Ihnen, Farben zu sehen, Details zu erkennen und auf Veränderungen in der Umgebung zu reagieren. Sie ist unverzichtbar für das Sehen und das Erkennen von Formen und Bewegungen.
Gut zu wissen
Netzhaut: Häufige Erkrankungen
Hoher Blutzucker kann die kleinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen, was zu Blutungen, Schwellungen und im schlimmsten Fall zu Netzhautablösungen führen kann.
Bei Venenverschlüssen staut sich das Blut in der Netzhaut, was zu Schwellungen führt. Arterienverschlüsse blockieren die Sauerstoffversorgung und können plötzlichen Sehverlust verursachen. Ein Zentralarterienverschluss ist besonders schwerwiegend und ein Notfall.
Bei Frühgeborenen können sich die Netzhautgefäße unvollständig entwickeln, was zu Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit führen kann.
Erkrankungen, bei denen es zu einer Schädigung der Netzhaut aufgrund von Veränderungen im Glaskörper (der gelartigen Substanz, die das das Auge ausfüllt) kommt.
Typische Beschwerden und Symptome
Da die Netzhaut das visuelle Signal für das Gehirn liefert, können Netzhauterkrankungen zu folgenden Symptomen führen:
- Verschwommenes oder unscharfes Sehen
- Lichtblitze oder „Floater“ (fliegende Mücken)
- Verlust von Gesichtsfeldbereichen
- Sehverlust
Therapie der Netzhauterkrankungen so früh wie möglich:
Diabetische Retinopathie oder Gefäßverschlüsse:
Die Behandlung zielt auf die Kontrolle von Grunderkrankungen wie Blutzucker und Blutdruck ab. In fortgeschrittenen Fällen können Augeninjektionen (IVOM) oder Laserbehandlungen der Netzhaut nötig sein, um das Sehvermögen zu verbessern und zu erhalten.
Netzhautablösung:
Hier ist eine rasche operative Behandlung notwendig, um die Netzhaut wieder an ihre ursprüngliche Position zu bringen.
Retinopathie bei Frühgeborenen:
Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht wirksame Behandlungen wie Lasertherapie oder medikamentöse Augeninjektionen (IVOM), die das Gefäßwachstum stoppen und Netzhautablösungen verhindern. Diagnostik und Therapie erfolgen meist noch auf der Geburtsstation, gefolgt von kontinuierlicher Nachsorge beim Augenarzt.
Vitreoretinale Erkrankungen
Die Behandlung richtet sich nach der Art und dem Schweregrad der Erkrankung. Viele Patienten haben keine oder nur geringe Beschwerden, sodass keine Therapie notwendig ist. Bei starkem Leidensdruck oder schwereren Verläufen kann eine Lasertherapie oder eine Operation sinnvoll sein.
Wann sollten Sie zu uns kommen?
Wenn Sie Veränderungen Ihres Sehvermögens feststellen oder an Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck leiden, empfehlen wir eine frühzeitige augenärztliche Untersuchung. Wir sind gerne für Sie da und beraten Sie umfassend.